Was du brauchst
| Material | Empfehlung |
|---|---|
| Mehl | Roggenmehl Type 1150 (oder Vollkornroggen) |
| Wasser | Lauwarmes Leitungswasser, ca. 28–30°C |
| Gefäß | Schraubglas oder Weckglas, mind. 500 ml |
| Waage | Für genaue Gramm-Angaben |
| Temperatur | Idealerweise 26–28°C Raumtemperatur |
Roggenmehl eignet sich ideal für den Starter-Aufbau: Es enthält mehr natürliche Hefe- und Bakterienkulturen als Weizenmehl und kommt schneller in Gang. Später kannst du auf Weizen umsteigen – oder gemischt weiterarbeiten.
Der 7-Tage-Plan
Tag 1 – Der Anfang
Gib 50 g Roggenmehl und 50 g lauwarmes Wasser in dein Glas. Verrühre alles gründlich – es darf keine trockenen Klümpchen geben. Decke das Glas locker ab (Deckel auflegen, nicht festschrauben) und stelle es bei ca. 26–28°C hin, zum Beispiel in der Nähe des Ofens oder auf dem Kühlschrank.
Ergebnis nach 24 h: vielleicht noch nichts sichtbar – das ist normal.
Tag 2 – Erste Aktivität
Wirf 50 g des alten Ansatzes weg (oder verarbeite ihn zu Pfannkuchen). Gib dem Rest 50 g frisches Roggenmehl und 50 g Wasser zu und rühre gut um.
Jetzt siehst du vielleicht die ersten kleinen Bläschen – das sind die Wildhefekulturen, die sich langsam vermehren.
Tag 3 – Es riecht intensiv
Wieder dasselbe: 50 g weg, 50 g Mehl + 50 g Wasser zugeben. Der Starter riecht jetzt vielleicht streng – fast nach Aceton oder Nagellackentferner. Das klingt schlimm, ist aber ein völlig normales Zeichen für Essigsäure-Bildung in der frühen Phase.
Solange der Starter keine rosa, orangefarbenen oder schwarzen Flecken hat, ist alles in Ordnung. Ein weißlicher Belag auf der Oberfläche kann Wildhefe sein – einfach einrühren.
Tag 4–5 – Der Starter erwacht
Ab jetzt solltest du beobachten, dass sich der Starter 2–4 Stunden nach dem Füttern sichtbar ausdehnt und Blasen bildet. Der Geruch verändert sich: weg von beißend, hin zu angenehm säuerlich-hefig, fast wie Joghurt oder junges Bier.
Markiere den Füllstand nach dem Füttern mit einem Gummiband – so erkennst du das Aufgehen deutlich.
Tag 6 – Zweimal täglich füttern
Wenn der Starter jetzt zuverlässig aufgeht, kannst du auf zweimal täglich füttern umstellen – morgens und abends. Das stärkt die Kulturen und macht den Starter kräftiger.
Tag 7 – Schwimmtest
Füttere den Starter morgens. Warte ca. 4–6 Stunden (er sollte auf dem Höhepunkt sein, also gerade am größten). Dann kommt der Schwimmtest: Gib einen Teelöffel Starter in ein Glas mit Wasser.
- Er schwimmt → Herzlichen Glückwunsch, dein Starter ist backfähig!
- Er sinkt → Noch 1–2 Tage weiterpflegen und erneut testen.
Häufige Fehler beim Ansetzen
- Zu kalt: Unter 22°C arbeiten die Bakterien sehr langsam. Ein warmer Ort ist entscheidend.
- Kein Abwiegen: Schätzen funktioniert beim Starter nicht gut. Eine Küchenwaage ist kein Luxus.
- Zu viel Ungeduld: Mancher Starter braucht 10–12 Tage. Weitermachen lohnt sich fast immer.
- Chloriertes Wasser: Leitungswasser kurz offen stehen lassen oder gefiltertes Wasser nutzen.
Was kommt als nächstes?
Dein Starter ist aktiv – jetzt geht's darum, ihn dauerhaft am Leben zu halten. Alles zur täglichen und wöchentlichen Pflege erfährst du auf der nächsten Seite.