Schritt 1 von 3

Sauerteig Starter ansetzen – die 7-Tage-Anleitung

Mit nur zwei Zutaten – Mehl und Wasser – züchtest du dir in einer Woche einen aktiven Sauerteig-Starter. Diese Anleitung führt dich Tag für Tag durch den Prozess.

Aktiver Sauerteig-Starter im Glas mit Blasen

Was du brauchst

MaterialEmpfehlung
MehlRoggenmehl Type 1150 (oder Vollkornroggen)
WasserLauwarmes Leitungswasser, ca. 28–30°C
GefäßSchraubglas oder Weckglas, mind. 500 ml
WaageFür genaue Gramm-Angaben
TemperaturIdealerweise 26–28°C Raumtemperatur
💡 Tipp zur Mehlwahl

Roggenmehl eignet sich ideal für den Starter-Aufbau: Es enthält mehr natürliche Hefe- und Bakterienkulturen als Weizenmehl und kommt schneller in Gang. Später kannst du auf Weizen umsteigen – oder gemischt weiterarbeiten.

Der 7-Tage-Plan

1

Tag 1 – Der Anfang

Gib 50 g Roggenmehl und 50 g lauwarmes Wasser in dein Glas. Verrühre alles gründlich – es darf keine trockenen Klümpchen geben. Decke das Glas locker ab (Deckel auflegen, nicht festschrauben) und stelle es bei ca. 26–28°C hin, zum Beispiel in der Nähe des Ofens oder auf dem Kühlschrank.

Ergebnis nach 24 h: vielleicht noch nichts sichtbar – das ist normal.

2

Tag 2 – Erste Aktivität

Wirf 50 g des alten Ansatzes weg (oder verarbeite ihn zu Pfannkuchen). Gib dem Rest 50 g frisches Roggenmehl und 50 g Wasser zu und rühre gut um.

Jetzt siehst du vielleicht die ersten kleinen Bläschen – das sind die Wildhefekulturen, die sich langsam vermehren.

3

Tag 3 – Es riecht intensiv

Wieder dasselbe: 50 g weg, 50 g Mehl + 50 g Wasser zugeben. Der Starter riecht jetzt vielleicht streng – fast nach Aceton oder Nagellackentferner. Das klingt schlimm, ist aber ein völlig normales Zeichen für Essigsäure-Bildung in der frühen Phase.

⚠️ Kein Schimmel?

Solange der Starter keine rosa, orangefarbenen oder schwarzen Flecken hat, ist alles in Ordnung. Ein weißlicher Belag auf der Oberfläche kann Wildhefe sein – einfach einrühren.

4

Tag 4–5 – Der Starter erwacht

Ab jetzt solltest du beobachten, dass sich der Starter 2–4 Stunden nach dem Füttern sichtbar ausdehnt und Blasen bildet. Der Geruch verändert sich: weg von beißend, hin zu angenehm säuerlich-hefig, fast wie Joghurt oder junges Bier.

Markiere den Füllstand nach dem Füttern mit einem Gummiband – so erkennst du das Aufgehen deutlich.

5

Tag 6 – Zweimal täglich füttern

Wenn der Starter jetzt zuverlässig aufgeht, kannst du auf zweimal täglich füttern umstellen – morgens und abends. Das stärkt die Kulturen und macht den Starter kräftiger.

6

Tag 7 – Schwimmtest

Füttere den Starter morgens. Warte ca. 4–6 Stunden (er sollte auf dem Höhepunkt sein, also gerade am größten). Dann kommt der Schwimmtest: Gib einen Teelöffel Starter in ein Glas mit Wasser.

  • Er schwimmt → Herzlichen Glückwunsch, dein Starter ist backfähig!
  • Er sinkt → Noch 1–2 Tage weiterpflegen und erneut testen.

Häufige Fehler beim Ansetzen

  • Zu kalt: Unter 22°C arbeiten die Bakterien sehr langsam. Ein warmer Ort ist entscheidend.
  • Kein Abwiegen: Schätzen funktioniert beim Starter nicht gut. Eine Küchenwaage ist kein Luxus.
  • Zu viel Ungeduld: Mancher Starter braucht 10–12 Tage. Weitermachen lohnt sich fast immer.
  • Chloriertes Wasser: Leitungswasser kurz offen stehen lassen oder gefiltertes Wasser nutzen.

Was kommt als nächstes?

Dein Starter ist aktiv – jetzt geht's darum, ihn dauerhaft am Leben zu halten. Alles zur täglichen und wöchentlichen Pflege erfährst du auf der nächsten Seite.