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Weizen vs. Roggen im Sauerteig – was ist der Unterschied?

Beide Mehlsorten eignen sich hervorragend für Sauerteig – aber sie verhalten sich im Teig sehr unterschiedlich. Diese Seite erklärt, wann du welches Mehl wählen solltest.

Weizenmehl und Roggenmehl im Vergleich

Direkter Vergleich auf einen Blick

EigenschaftWeizenRoggen
GlutengehaltHochNiedrig
TeigstrukturElastisch, formbarKlebrig, wenig dehnbar
Starter-AufbauLangsamer, milderSchnell, viele Kulturen
Geschmack BrotMild, leicht nussigKräftig, säuerlich-würzig
KrumeOffen, luftig möglichDichter, feucht-saftiger
Haltbarkeit3–5 Tage5–7 Tage (durch Säure)
Schwierigkeit BackenMittel (braucht Form)Einfach (Kastenform)

Weizen: luftige Krume, vielseitig einsetzbar

Weizenmehl enthält viel Gluten – das Protein, das dem Teig seine Elastizität und Dehnbarkeit gibt. Das ermöglicht eine offene, luftige Krume und eine knusprige, dünne Kruste. Weizensauerteig ist das, was man oft mit dem Begriff verbindet: helleres Brot, aromatisch-mild, mit einem zarten Säuregefühl.

Der Nachteil: Weizenteig braucht mehr Erfahrung. Er muss richtig ausgeknetet oder durch Dehnen und Falten entwickelt werden, und er verlangt eine gute Form, damit er nicht in die Breite läuft.

🌾 Beste Weizenmehle für Sauerteig

Type 550 für helle Brote, Type 812 für mehr Aroma, Type 1050 für rustikalere Varianten. Für einen Weizen-Starter eignet sich Vollkornweizenmehl am besten, weil es mehr Nährstoffe für die Mikroorganismen enthält.

Roggen: kräftig, saftig, langlebig

Roggenmehl enthält kaum Gluten, dafür aber viel Pentosane – Schleimstoffe, die sehr viel Wasser binden. Das macht den Teig klebrig und wenig formbar, aber das Brot wird saftig und hält sich deutlich länger frisch.

Roggenteig muss in einer Form gebacken werden – frei geformte Roggenbrote laufen flach. Dafür ist der Prozess viel verzeihender: weniger Falten, kein Fenstertest, keine Sorge um eine offene Krume.

🌿 Beste Roggenmehle für Sauerteig

Type 1150 ist der Standard – ausreichend Mineralstoffe für guten Trieb, aber nicht so dunkel wie Vollkorn. Für kräftigeres Brot: Roggenvollkornmehl. Für hellere Varianten: Type 997.

Gemischte Brote – das Beste aus beiden Welten

Die beliebteste Variante im deutschen Brotbacken: Mischbrote aus Weizen und Roggen. Ein klassisches Mischungsverhältnis ist 70 % Weizen / 30 % Roggen – das ergibt ein Brot mit guter Struktur (Weizen), viel Geschmack (Roggen) und ordentlicher Haltbarkeit.

MischverhältnisErgebnis
90 % Weizen / 10 % RoggenSehr mildes Aroma, luftige Krume, helle Farbe
70 % Weizen / 30 % RoggenKlassisches Graubrot, aromatisch, saftig
50 % Weizen / 50 % RoggenKräftiger Geschmack, kompakte Krume, lang frisch
100 % RoggenSehr kräftig, saftig-dicht, muss in Form gebacken werden

Was bedeuten die Mehl-Typen (550, 1150, …)?

Die Typenbezeichnung gibt an, wie viel Mineral-Asche nach der Verbrennung von 100 g Mehl übrig bleibt – in Milligramm. Vereinfacht gesagt: Je höher die Type, desto mehr Schalenanteil, mehr Mineralstoffe, mehr Ballaststoffe und mehr Eigengeschmack.

  • Weizenmehl Type 405: Sehr fein, wenig Gluten, nicht ideal für Sauerteig
  • Weizenmehl Type 550: Standard für Sauerteigbrote, guter Kompromiss
  • Weizenmehl Type 1050: Rustikaler, mehr Aroma, gutes Gluten
  • Roggenmehl Type 997: Heller Roggen, milder Geschmack
  • Roggenmehl Type 1150: Ideal für Sauerteig-Starter und Mischbrote
  • Roggenvollkornmehl: Maximale Nährstoffe, sehr kräftiger Geschmack

Welches Mehl für den Starter?

Für den Starter-Aufbau ist Roggenmehl Type 1150 die beste Wahl: Es enthält deutlich mehr natürliche Hefe- und Bakterienkulturen als Weizenmehl und kommt schneller in Gang. Sobald dein Starter aktiv ist, kannst du auf Weizen umstellen oder gemischt weiterarbeiten.

Viele Bäcker führen langfristig zwei Starter: einen auf Roggenbasis für kräftige Brote und einen auf Weizenbasis für Ciabatta, Baguette und helles Brot.